Max Mohr: Frau ohne Reue

Zentrale Veranstaltungswoche von 23. April bis 3. Mai 2020.

Schirmherren: Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Dr. Josef Schuster, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Würzburg und Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Max Mohr, 1891 in Würzburg geboren, war Arzt, Schriftsteller, Alpinist und Abenteurer. Mit fünf Romanen und zwölf Theaterstücken gehörte er zu den erfolgreichen Autoren der Weimarer Republik. Sein 1933 im S. Fischer-Verlag erschienener Roman „Frau ohne Reue“ wird 2020 im Mittelpunkt der Stadtleseaktion „Würzburg liest ein Buch“ stehen.

Max Mohr: Frau ohne ReueEine preiswerte und schöne Neuausgabe zur Leseaktion mit einer biographischen Skizze zu Max Mohr von Roland Flade und einem Nachwort von Stefan Weidle ist im Weidle Verlag erschienen.
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Zum Inhalt des Romans:

Von einer Minute auf die andere bricht Lina Gade aus ihrem bürgerlichen Dasein als Mutter und Ehefrau in der Großstadt Berlin aus. Auf der Suche nach Liebe, Freiheit und Selbstständigkeit flieht sie mit ihrem Geliebten Paul Fenn einmal um die Welt nach Shanghai und schließlich auf einen einsamen Bergbauernhof in den Alpen. Doch auch hier ist ein Leben jenseits der Entfremdung durch die moderne, technisierte Welt nicht möglich.

Max Mohr gelingt es in seinem leicht und flüssig zu lesenden, modernen Roman die tief empfundene Problematik des Endes aller Visionen, Ideologien und Zukunftsperspektiven im Jahr 1933 mit Ironie, Poesie und auch mit Spannung zu vermitteln.

1934 wanderte Max Mohr nach Shanghai aus. Als Jude war ihm die Lebensgrundlage in Deutschland sowohl als Schriftsteller als auch als Arzt entzogen. 1937 starb er dort an einem Herzinfarkt.

Die Arbeitsgemeinschaft „Würzburg liest ein Buch“ will den vergessenen Autor Max Mohr und sein Werk ins Bewusstsein der Bürger in Stadt und Region bringen.

Unterscheidet sich unsere heutige Welt von der im Deutschland des Jahres 1933 wirklich so stark, wie wir es uns wünschen würden? Wie sieht es heute aus mit dem Verhältnis der Geschlechter, der Stellung des Menschen in der technisierten Welt und nationalen Tendenzen in der Bevölkerung? Das sind Fragen, die in der heutigen Rezeption und Diskussion des fesselnden Romans „Frau ohne Reue“ von Max Mohr gestellt werden können.