Programm 2020

Zentraler Aktionszeitraum ist Donnerstag, der 23. April bis Sonntag, der 3. Mai 2020, doch auch davor und danach finden viele Veranstaltungen in Würzburg und der Region zu Max Mohr und zu seinem Roman „Frau ohne Reue“ statt. Auf dieser Seite wird das entstehende Programm ständig ergänzt.

Veranstaltungen vor der Aktionswoche:

Mittwoch, 25. September 2019

Herbstlese(n)
Die Arbeitsgemeinschaft „Würzburg liest ein Buch“ lädt an diesem Abend zu einem Informationstreffen ein.
19 Uhr, Kunsthaus Michel, Semmelstraße 42
Eintritt frei
Anmeldung unter info@kunsthaus-michel.de
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Zur Einstimmung liest der Schauspieler Rainer Appel kurze Passagen aus dem Roman. Elisabeth Stein-Salomon gibt einen Überblick über die ersten Planungen für die Aktionswoche vom 23.April 2020 bis 3. Mai 2020. Die Besucher erfahren, wie sie sich als Vorleser oder Initiator einer eigenen Veranstaltung, z.B. einer Wohnzimmerlesung, im nächsten April engagieren können. Anschließend ist Gelegenheit, mit den AG-Mitgliedern ins Gespräch zu kommen, eigene Aktionsideen einzubringen und sich mit Kooperationspartnern zu vernetzen.

Donnerstag, 7. November 2019

Leseerfahrungen mit Frank und Mohr
Vortrag von Dr. Hans Steidle in Kooperation mit der Leonhard-Frank-Gesellschaft
20 Uhr, Buchhandlung Knodt, Textorstraße 4
Eintritt frei
Anmeldung unter info@knodt.de

Samstag, 18. Januar 2020

Professionell vorlesen!
Vorleseworkshop mit Martin Menner für Alle, die an ihrer Vorlesekompetenz arbeiten möchten
12.00 – 15.00 Uhr, Dauthendey-Saal, Stadtbücherei Würzburg
Teilnahmegebühr 10 €
Anmeldung unter Vorleseworkshop@wuerzburg-liest.de

Samstag, 1. Februar 2020

Professionell vorlesen!
Vorleseworkshop mit Martin Menner für Alle, die an ihrer Vorlesekompetenz arbeiten möchten
12.00 – 15.00 Uhr, Dauthendey-Saal, Stadtbücherei Würzburg
Teilnahmegebühr 10 €
Anmeldung unter Vorleseworkshop@wuerzburg-liest.de

Mittwoch, 1. April bis Donnerstag, 30. April 2020

„Lieber keinen Kompaß als einen falschen“ –  Der Schriftsteller Max Mohr 1881–1937
Ausstellung mit Bildern und Texten aus Leben und Werk, zusammengestellt von Nicolas Humbert
Montag bis Donnerstag 8.00 – 18.00 Uhr, Freitag 8.00 – 14.00 Uhr
im Rathaus-Foyer

Sonntag, 5. April 2020

Rastlosigkeit. Der Ärzteliterat Max Mohr (1891-1937)
Vortrag des Medizinhistorikers Prof. Florian Steger, Universität Ulm, eingeladen von Prof. Dr. med. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, und Prof. Dr. Wolfgang Riedel, Seniorprofessor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte
11 Uhr, Toskanasaal in der Würzburger Residenz, Residenzplatz, Tor 2a
Eintritt
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Max Mohr (1891–1937) arbeitete als Arzt am Tegernsee und feierte in den 1920er Jahren große Erfolge als Dramatiker. Er hatte ein dichtes intellektuelles Netzwerk, wie auch aus seinen Briefen ersichtlich wird. In seinen Theaterstücken und Romanen thematisierte er häufig das Leben in der Großstadt im Kontrast zu einem einfachen Leben auf dem Land. Mohr fühlte sich von der damaligen Weltmetropole Berlin fasziniert und abgestoßen zugleich. 1933 musste er wegen seiner jüdischen Herkunft emigrieren und floh nach Shanghai. Dort praktizierte er als Arzt, bis er 1937 an einem Herzinfarkt starb. In seinem Vortrag wird der Medizinhistoriker und Max Mohr-Kenner einen Einblick in das faszinierende Leben und Werk des bedeutenden Ärzteliteraten geben, der zwischen verschiedenen Polen wie Land und Stand sowie Freiheit und Familie hin- und hergerissen lebte.

Die Aktionswoche

Montag, 20. April 2020

Max Mohr – der vergessene Schriftsteller aus Würzburg
Vortrag von Dr. Roland Flade mit zahlreichen Fotos
Eine Veranstaltung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Würzburg
19 Uhr, David-Schuster-Saal des Shalom Europa, Valentin-Becker-Straße 11
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 Max Mohr, geboren 1891 in Würzburg und promovierter Arzt, war in der Weimarer Republik ein zeitweise sehr erfolgreicher Dramen- und Romanautor, doch in seiner Heimatstadt blieb er weitgehend unbekannt.
Mohr war ein Weltbürger, der abenteuerliche Reisen unternahm und zeitweise im pulsierenden Berlin lebte; dazwischen verbrachte er mit seiner Frau und seiner Tochter viele Jahre auf einem abgeschiedenen Bergbauernhof in den Alpen.
Bis zu seiner Emigration 1934 arbeitete Mohr an seiner Karriere als Schriftsteller.  Als die Nationalsozialisten ihm, dem Juden, diesen Weg endgültig versperrten, baute er sich eine Existenz als Arzt in Shanghai auf. Hier starb er 1937 an Überarbeitung.

Donnerstag, 23. April 2020

Festakt zu „Würzburg liest ein Buch“ 2020
Musikalische Umrahmung: n.N.
Max Mohrs „Frau ohne Reue“ steht im Mittelpunkt der vierten Lese-Aktion. Der Schauspieler Rainer Appel moderiert den offiziellen Eröffnungsabend. Er unterhält sich mit den beiden Schirmherren OB Christian Schuchardt und Dr. Josef Schuster, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Würzburg.
Ehrengäste sind Nicolas Humbert und das Verlegerehepaar Stefan und Barbara Weidle.
Die Schirmherren verleihen im festlichen Rahmen die Preise des Schulwettbewerbs.
20 Uhr, Stadtbücherei Würzburg

Freitag, 24. April 2020

„Frau ohne Reue“ – szenische Darstellung
Bearbeitung und Regie Martin Menner
weitere Einzelheiten und Termine werden noch bekannt gegeben
20 Uhr, Theater am Neunerplatz

Sonntag, 26. April 2020

Szenische Lesung des Theaterstücks „Improvisationen im Juni“
Dramaturgie: Susanne Bettels
11 Uhr, Mainfranken Theater Würzburg, Foyer

Max Mohrs Vorfahren und die Höchberger Juden
Führung durch die Ausstellung in der ehemaligen Präparandenschule und über den jüdischen Friedhof, eine Veranstaltung der Buchhandlung Schöningh in Höchberg
15 Uhr, Treffpunkt Präparandenschule, Sonnemannstraße 15, 97204 Höchberg
Anmeldung unter hoe@schoeningh-buch.de
Eintritt frei
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Die Vorfahren Max Mohrs stammten aus Höchberg. Über das jüdische Leben in der Würzburger Vorortgemeinde informiert Roland Flade in der Dauerausstellung in der ehemaligen Israelitischen Präparandenschule. Beim anschließenden Gang über den jüdischen Friedhof (Am Trieb) geht es unter anderem zu den Gräbern von Max Mohrs Großvater Moritz Mohr (gestorben 1887) und von Elchanan Hyle Wechsler (gestorben 1894). Wechsler war der letzte Höchberger Rabbiner; 1879 veröffentliche der Kabbalist eine prophetische Schrift, in der er den Holocaust vorauszusagen schien.

“Exil Shanghai”
Film – Lesung – Musik

mit Nicolas Humbert, Simone Fürbringer, n.n.
20 Uhr, Theater am Neunerplatz
Eintritt 10 € / ermäßigt 5 €, Reservierung unter www.neunerplatz.de

Mittwoch, 29. April 2020

Max Mohr – Regimentsarzt, Rheuma-Ratgeber und Romanschriftsteller
Eingeladen von Prof. Süleymann Ergün referiert der Medizinhistoriker Andreas Mettenleiter über Max Mohr und die Medizin
19 Uhr, Anatomiehörsaal in der Koellikerstraße
Eintritt frei

Donnerstag, 30. April 2020

“I am sick of books and all things literary”
Max Mohr und D.H. Lawrence, Briefe einer Freundschaft
mit Nicolas Humbert und dem Schauspieler Thomas Birnstiel
eine Veranstaltung in Kooperation mit der „Deutsch-Britischen Gesellschaft Würzburg“
20 Uhr, Buchhandlung Knodt, Textorstraße 4
Eintritt: 5 €, Anmeldung unter info@knodt.de

Freitag, 1. Mai 2020

Werkbiographie zu Max Mohr mit Präsentation der Erstausgaben
Stefan Weidle, Nicolas Humbert und Dr. Katharina Boll-Becht im Gespräch, Lesung mit der Schauspielerin Katharina Waldau
11 bis 13 Uhr, Zentralbibliothek am Hubland, Lesesaal Sondersammlungen
Treffpunkt: Informationstheke
Eintritt: 7 € / ermäßigt 5 €

Sonntag, 3. Mai 2020

„Völlig unbekümmert, völlig heimatlos“
Elli Beinhorn und Marga von Etzdorf – Flugpionierinnen der 20er Jahre

Vortrag von Heinz Gräf  mit Lesung von Britta Schramm aus Frau ohne Reue
19 Uhr, Flugsportclub Würzburg am Schenkenturm , Flughalle 
Eintritt frei
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Anna Billerton heißt die Fliegerin, die im dritten Teil von Frau ohne Reue zusammen mit Lina Gade in die Alpen fliegt. Eine der mutigen Flugpionierinnen der 20er Jahre mag Pate für diese Romanfigur gestanden haben. Die Schauspielerin Britta Schramm wird ihr mit ihrer Lesung aus Frau ohne Reue eine Stimme verleihen.
Heinz Gräf erzählt über Elli Beinhorns und Marga von Etzdorfs waghalsigen Flüge rund um die Welt im Alleinflug und von Elli Beinhorns besonderer Verbindung zu Würzburg.
Lesung und Vortrag finden in der Flughalle zwischen den Flugmaschinen statt.

Mittwoch, 6. Mai 2020

„Max Mohr und andere Würzburger Juden im Ersten Weltkrieg“
Vortrag von Dr. Roland Flade mit anschließender Hausführung durch die ehemalige Mandelbaum-Villa, eine Veranstaltung in Kooperation mit der KDStV Gothia-Würzburg im CV
19.30 Haus der KDStV Gothia-Würzburg im CV, Rottendorfer Straße 26
Eintritt frei
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398 Mitglieder der jüdischen Gemeinde Würzburg nahmen am Ersten Weltkrieg teil, von denen 32 fielen. Acht starben später an den Kriegsfolgen, darunter Max Ruschkewitz, dessen Vater das größte Warenhaus der Stadt besaß. Max Mohr, der in Würzburg seinen Militärdienst absolviert hatte, versorgte mehrere Jahre in der Nähe der Front Verwundete – zunächst als Medizinstudent, dann als approbierter Arzt. In Gedichten verarbeitet er das grausige Geschehen. Bis zu seinem Tod am 4. Dezember 1914 in Russland führte der 18-jährige Soldat Richard Rosenburg, der an der Julius-Maximilians-Universität Philosophie und Jura studierte, ein Tagebuch. Die Gedichte Mohrs und das Tagebuch Rosenburgs stehen im Mittelpunkt des Vortrags.